Konzeption

Gemeindliche Kinder- und Jugendarbeit

DAS WICHTIGSTE:

Die Gemeindliche Kinder- und Jugendarbeit lädt alle ein, die sich mit religiösen Fragen und der eigenen Person auf ganz unterschiedliche Weise beschäftigen und dabei die Gemeinschaft mit anderen genießen möchten. In der wöchentlichen Gruppe „Komm mit“, bei gemeinsam gestalteten Gottesdiensten und vielfältigen Projekten werden Lebenserfahrung und Glauben lebendig in Beziehung gesetzt.

Aus der Bibel: Der zwölfjährige Jesus im Tempel Lukas 2, 41 – 52

Und seine Eltern gingen alle Jahre nach Jerusalem zum Passafest. Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf nach dem Brauch des Festes. Und als die Tage vorüber waren und sie wieder nach Hause gingen, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem, und seine Eltern wussten es nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten.

Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wieder nach Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich nach drei Tagen, da fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte. Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich über seinen Verstand und seine Antworten.

Und als sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte.

Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.

 

1. Präambel/Vorwort

1.1 Religiöse Aspekte der Gemeindepädagogischen Kinder- und Jugendarbeit

Die Gemeindepädagogische Kinder- und Jugendarbeit hat ihre Grundlage im christlichen Glauben. Kinder und Jugendliche lernen die frohe Botschaft von Jesus Christus kennen „Du bist Gottes geliebtes Kind!“ und erhalten die Möglichkeit zu erfahren „Ich bin wunderbar gemacht!“ und „Ich bin wichtig!“.
Kinder und Jugendliche erleben:
Ich bin wichtig für die Gruppe (Sozialer Kontakt, Kommunikation, Freundschaften).
Ich bin wichtig für die Gemeinde (Beteiligung an der Gestaltung von Gemeinde, Übernahme von Verantwortung).
Ich bin wichtig für Gott (Glaube, Sinngebung, Orientierung).
Ich bin wichtig für die Hauptamtlichen (Beziehung, Annahme, Begleitung).
Ich bin wunderbar gemacht (Gaben und Fähigkeiten entdecken, gabenorientierte Übernahme von Verantwortung und Engagement).

Kinder und Jugendliche lernen im Licht des Evangeliums ihr eigenes Leben zu deuten, zu gestalten und zu verwirklichen. Sie erhalten Orientierung für ihren Lebensweg, Anerkennung der eigenen Person, Stärkung des Selbstvertrauens sowie Vergewisserung und Stabilisierung der eigenen Identität.
Sie entdecken unsere Kirchengemeinden in der Region als Heimat und damit auch als Ort spiritueller Ausdrucksformen. Darüber hinaus setzen sich Kinder und Jugendliche mit anderen Konfessionen, anderen Weltanschauungen und anderen Religionen auseinander mit dem Ziel der Toleranz und Offenheit.

Kinder und Jugendliche können sich mit den vielfältigen Formen christlichen Glaubens vertraut machen. Freiräume für neue Entdeckungen werden ihnen eröffnet und Erfahrungen von Gemeinschaft ermöglicht.
Sie werden zu mündiger Teilnahme am Leben der christlichen Gemeinde ermutigt. Sie nehmen teil an den Auseinandersetzungen mit den geistigen Strömungen und Wertvorstellungen der Gegenwart und suchen gemeinsam lebbare und glaubwürdige Antworten im Alltag.

1.2 Soziale und kulturelle Aspekte Gemeindepädagogischer Kinder- und Jugendarbeit

Gemeindepädagogische Kinder- und Jugendarbeit fördert die Gemeinschaft unter Kindern und Jugendlichen und auch die Gemeinschaft mit Erwachsenen. Sie hat dabei auch sozial Benachteiligte und Menschen mit Behinderungen im Blick. Sie ermutigt und leitet an zum Experimentieren mit unterschiedlichen Formen der Lebensgestaltung. Damit schafft sie Freiräume für Entdeckungen, für neue Erfahrungen, für Kreativität und Kultur.
Die uneingeschränkte Annahme Gottes jeder Person gegenüber bedeutet auch, dass der Nächsten und die Nächste ebenso vorbehaltlos zu respektieren sind.

Durch unsere vielfältigen gruppenpädagogischen Aktivitäten im musisch-kreativen, sportlichen und spielerischen Bereich haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, ihre vorhandenen Fähigkeiten zu stärken und neue Begabungen zu entdecken.
Dazu zählen z.B.: Selbstvertrauen durch Erfolgserlebnisse, Sozialkompetenzen wie Toleranz, Teamfähigkeit und Konfliktfähigkeit, eigene Grenzen kennen lernen und ein positives Körpergefühl in Spiel und Sport erlangen.

1.3 Politische Aspekte Gemeindepädagogischer Kinder- und Jugendarbeit

Gemeindepädagogischer Kinder- und Jugendarbeit geht es um Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Sie fördert das Engagement für und mit Anderen. Sie verhilft zur Emanzipation der eigenen Persönlichkeit, sie bietet Raum für (erste) politische Erfahrungen und sie vermittelt Kriterien zur Analyse gesellschaftlicher und politischer Zusammenhänge. Damit entdecken Kinder und Jugendliche Zukunftsperspektiven für sich selbst, für ihre Kirchengemeinden in der Region, für ihren Stadtteil, für ihre Stadt und für die Gesellschaft.

Insbesondere Jugendlichen wird eine Möglichkeit geboten, kirchliche Gremienarbeit kennen zu lernen und sich direkt daran zu beteiligen. Dies geschieht in der Heimatgemeinde (Mitarbeiter*innentreffen), in der Region (RJV), im Dekanat (EJVD), im Stadtteil (Vernetzungsgruppen des Inklusiven Martinsviertels), auf Verbandsebene (Ehrenamtlichenrunde, Leitungsteam, Mitgliederversammlung) und auf EKHN-Ebenen (EJHN).
So stärkt evangelische Kinder- und Jugendarbeit auch die Bereitschaft junger Menschen, gesellschaftliche und politische Verantwortung zu übernehmen.

Gemeindepädagogischer Kinder- und Jugendarbeit geht es um die Entwicklung und Entfaltung der eigenen von Gott geschenkten und unverwechselbaren Persönlichkeit.

1.4 Gemeindepädagogische Kinder- und Jugendarbeit auf dem Weg zur Inklusion

Die Bundesrepublik Deutschland hat 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert. Diese besagt u.A., dass Teilhabe ALLER am gesellschaftlichen Leben ein Menschenrecht ist. „Es geht uns darum, die Perspektiven zu verändern“, sagt Jochen Motte, Mitglied des Vorstandes der VEM. „Behinderung ist nicht einfach nur das Problem dessen, der als behindert gilt. Nicht Menschen sind behindert, sondern Menschen werden durch Barrieren daran gehindert, am Leben teilzuhaben.“ Sechs Jahre, nachdem die Uno das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen verabschiedet habe, sei die Inklusion, also das normale Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen, nach wie vor keineswegs selbstverständlich. (Quelle: EKD 2012 http://www.ekd.de/aktuell_presse/2012_12_07_312_ekir_inklusion_als_menschenrecht.html 29.01.2015)

Gemeindepädagogische Kinder- und Jugendarbeit engagiert sich für die Teilhabe aller Menschen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind Gottes Ebenbilder. Alle Menschen sind zu Gottes Bild (1. Mose 1, 27) geschaffen, für „gut“ befunden (1. Mose 1, 28). Alle sind dazu herausgefordert, Gesellschaft und Kirche mit zu gestalten („macht euch die Erde untertan und herrscht über ...“. 1. Mose 1, 28). Dieser Anspruch wird umgesetzt indem Unterstützung und Assistenz in vielfältiger Weise angeboten wird. Hier sind die großen Teams bestehend aus Haupt- und Ehrenamtlichen elementar.

 

2. Soziale und kulturelle Aspekte Gemeindlicher Kinder- und Jugendarbeit

Gemeindliche Kinder- und Jugendarbeit fördert die Gemeinschaft unter Kinder und Jugendlichen und auch die Gemeinschaft mit Erwachsenen. Sie hat dabei auch sozial Benachteiligte und Menschen mit Behinderungen im Blick. Sie ermutigt und leitet an zum Experimentieren unterschiedlicher Formen der Lebensgestaltung. Damit schafft sie Freiräume für Entdeckungen, für neue Erfahrungen, für Kreativität und Kultur.

Die uneingeschränkte Annahme Gottes jeder Person gegenüber bedeutet auch, dass die Person des Nächsten ebenso vorbehaltlos zu respektieren ist.

3. Politische Aspekte Gemeindlicher Kinder- und Jugendarbeit

Gemeindlicher Kinder- und Jugendarbeit geht es um Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Sie fördert das Engagement für Andere, für Benachteiligte, für Randgruppen, für Außenseiter. Sie verhilft zur Emanzipation der eigenen Persönlichkeit, sie bietet Raum für (erste) politische Erfahrungen und sie vermittelt Kriterien zur Analyse gesellschaftlicher und politischer Zusammenhänge. Damit entdecken Kinder und Jugendliche Zukunftsperspektiven für sich selbst, für ihre Kirchengemeinden in der Region, für ihren Stadtteil, für ihre Stadt und für die Gesellschaft.

Gemeindlicher Kinder- und Jugendarbeit geht es nicht um die Rekrutierung von kirchlichem Nachwuchs, sondern um die Entwicklung und Entfaltung der eigenen von Gott geschenkten und unverwechselbaren Persönlichkeit.

(Inspiriert von der Präambel der GJV Weiterstadt)